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16. August 2012
“Anti-Stress-Bodybalsam” mit Ylang-Ylang-Hydrolat

Auf der Suche nach einer Lösung für zwei eher unterschiedliche Probleme tun sich mitunter interessante Wege auf. Problem Nummer 1: Die Haut an Beinen und Armen ist trocken und bräuchte etwas intensivere Pflege. Problem Nummer 2: Mir stehen zwei echt stressige Wochen ins Haus, die ich gerne in aufrechter mentaler Verfassung überstehen würde. Alles zusammen brauchte mich auf die Idee, einen “Anti-Stress-Bodybalsam” mit Ylang-Ylang-Hdrolat zu konzipieren, ist doch dieses Kraut bekannt für seine entspannende, stressmindernde Wirkung. 

In der Aromatherapie werden Einreibungen mit Ylang-Ylang durchgeführt, um Stressreaktionen zu senken. Das ätherische Öl von Ylang-Ylang – und davon ist in meinem Hydrolat genug! – wirkt harmonisierend und ausgleichend, ohne deshalb einzuschläfern, wie ein Studie ergab (Hongratanaworakit T, Buchbauer G. “Evaluation of the harmonizing effect of ylang-ylang oil on humans after inhalation”). Entspannt, aber wach und bei klarem Kopf zu bleiben, klingt genau nach der Wirkung die ich suche, schließlich benutze ich den Bodybalsam in der Früh nach dem Duschen und könnte es so gar nicht gebrauchen, den Rest des Tages sediert durch den Job zu geistern. 

Nun aber zur Rezeptur des “Anti-Stress-Bodybalsam”:
32 g Mandelöl mit
5,7 g Lamecreme erhitzen, anschließend vom Herd nehnmen und
3 g Buttern reingeben (ich nahm je zur Hälfte Cupuacubutter und Babassuöl

Die 0,7-Liter-Flasche ziert ein schmaler, aber ausgeprägter Ölfilm.

Die 0,7-Liter-Flasche ziert ein schmaler, aber ausgeprägter Ölfilm.

Parallel dazu 60 g Ylang-Ylang-Hydrolat im Wasserbad erhitzen. 

Fett- und Wasserphase hochtourig verrühren und mit 5 g Wirkstoffen nach Bedarf ergänzen (ich griff zu diversen Feuchtigkeitsspendern wie Glycerin, Natriumlaktat und Sodium PCA, auch ein paar Tropfen Vitamin A wanderten in die Textur). PH-Wert einstellen, konservieren, fertig. 

Einige Anmerkungen zum Balsam: Die Rezeptur wurde von mir bewusst sehr einfach gehalten, mir ging es in erster Linie um die Wirkung des Ylang-Ylang-Hydrolats. Für den Balsam kam übrigens mein vor zweieinhalb Jahren destilliertes Hydrolat zum Einsatz, das nach wie vor beste Qualität aufweist. Davon zeugt nicht nur das Aroma sondern auch der ausgesprochen saure ph-Wert. Dieser ist auch der Grund, weshalb ich bei der Verwendung von Ylang-Ylang-Hydrolat entweder mit Natriumlaktat arbeite (hebt den ph-Wert der Creme) oder einen Teil des Hydrolats durch stilles Mineralwasser mit entsprechend hohem ph-Wert ersetze. 

Dietrich Wabner zufolge (“Aromatherapie – Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis”) fördert Ylang-Ylang die körpereigene Serotoninausschüttung und wirkt unter anderem schmerzlindernd, spasmolytisch, sedierend (mit Einschränkungen, siehe oben) und aphrodisierend. Interessant fand ich Wabners Hinweis, wonach Ylang-Ylang auf die Haare gegeben, diese vor dem Austrocknen durchs Salzwasser schützt (und so nebenbei angeblich das Haarwachstum fördert). Damit steht der nächste Test schon auf dem Programm: Ein Verwöhn-Leave-In für meine trockenen Haare! 

Da sich das schöne Ylang-Ylang-Wässerchen – dessen Duft ich so liebe, dass ich es auch ohne jede Wirkung verwenden würde – dem Ende zuneigt, habe ich bereits frisch destilliert. Die Ölausbeute kann sich durchaus sehen lassen, finde ich! 

Linktipp: Interessante Artikel über die Wirkung von Ylang-Ylang bei Bluthochdruck, Schlafstörungen und zur Burn-Out-Therapie finden sich auf dem Blog von Dr. Becker.

7 kommentare | kommentar schreiben
Andrea | 17.8.12

Das klingt toll. Bitte teile uns auch mit, ob diese stresslösenden Eigenschaften in der Creme wirklich so gut helfen.

didit | 17.8.12

Yang- Ylang Hydrolat klingt toll, würde ich auch gerne machen – allerdings woher hast du die Ylang-Ylang Blüten her?

selisa | 20.8.12

Bei den Ylang-Ylang-Blüten handelt es sich um getrockente Ware, die ich von Madavanilla beziehe. Die Blüten sind von echt toller Qualität, sie geben selbst in getrocknetem Zustand höchst intenensive Duftnoten ab!
Werde auch über die Wirkung gerne Auskunft geben, momentan ist es aber für Aussagen noch zu früh. Hab die Creme ja erst seit kurzem in Verwendung. Immerhin: War gestern bei durchaus anspruchsvollen Bedingungen drei Stunden mit dem Besen unterwegs (hier ein Bild von der wirklich eindrücklichen Berglandschaft) und fühlte mich auch bei ordentlichem Herumgeschüttle noch relativ entspannt… – Mal schauen, wie sich das Cremchen in den bevorstehenden “Stresstagen” bewährt, dann weiß ich mehr.

Amparo | 30.12.12

Hallo,
bei Madavanillawerdwn die Ylang Ylang Blüten in Portionen a 10g angeboten.
Welche Menge benutzt Du für eine Destilliervorgang?

selisa | 1.1.13

Ich habe bei den Destillationen bisher zwischen 300 und 375 g verwendet und daraus zwischen 800 und 1200 ml Hydrolat gezogen. Es ist also schon ein sehr kostbares Wässerchen…

Petra | 25.3.14

Hallo Selisa ich liebe Madavanilla…… Dda muss ich jetzt auch mal stöbern. Wie lange hast du das destilliert ? Kann Frau das iwie steuern wie lange die Blüten den destillationsvorgang ertragen müssen?
Hab leider gar keine Erfahrung und finde es toll und Ylang finde ich persönlich fantastisch!!!!
Destilliert du sie im Sieb oder direkt im Wasser mit?
Liebe grüße Petra

selisa | 28.3.14

Hallo Petra, grundsätzlich kann man die Dauer des Destillationsvorgangs dadurch beeinflussen, dass man die Hitze immer wieder zurückdreht. Das bewirkt, dass die Destillation länger dauert. Ich mach das eigentlich nur sehr selten. Wasser braucht 100 Grad, um als Dampf nach oben zu rauschen, und mehr als 100 Grad werden es ja nicht. Wichtiger als das möglichst “langsame” Destillieren finde ich die Kühlung. Dadurch bleibt die Kondensation gut in Gang und die ätherischen Öle bleiben nicht zu lange mit zu großer Hitze in Kontakt.
Eine Methode zur Beschleunigung des Destillationsvorgangs lässt sich bei unseren Haushaltsdestillen eigentlich nur dadurch erreichen, dass man eine möglichst leistungsfähige Kochplatte verwendet, mit der sich das Wasser einfach schneller erhitzen lässt.
Die Ylang-Ylang-Blüten habe ich im Sieb – also in einem Aromakorb oberhalb des Wasserspiegels – destilliert. Ein einziges Mal habe ich eine Wasserdestillation (mit Basilikum) durchgeführt, war aber vom Ergebnis alles andere als begeistert. Was aber an meiner Methode liegen muss. Ich kenne Leute, die kriegen das schon hin. Weitere Versuche habe ich mir vorgenommen, sobald ich dafür Zeit habe (das ist der kleine Nebenaspekt mit den vielen Fragezeichen) geht’s los.
Liebe Grüße
Elisabeth

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