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Der “Stoff” der Bienen

Honig ist nicht nur ein gesundes Nahrungsmittel sondern wird auch als Heilmittel eingesetzt. Waldemar Hainz, ein begeisterter Hobby-Fotograf aus Salzburg, hat sich die Produzenten dieses kostbaren  Stoffes etwas näher angeschaut und mir für diesen Artikel ganz besondere Einblicke ermöglicht…   

Hungriges Bienchen  
  

Nektar sammeln

Rund ein Drittel unserer Ernährung beruht auf Pflanzen, die durch Insekten bestäubt werden müssen, und von dieser Arbeit leisten 80 % die Honigbienen! Pro Sammelflug transportiert so ein Bienchen in seinen "Pollenhöschen" übrigens bis zu 4 Millionen Pollenkörpern.

Ob Honig, Gelee Royal oder Bienengift – die Verwendung von Bienenprodukten als Heilmittel ist seit einigen tausend Jahren bekannt. 

Mit der wissenschaftlichen Belegbarkeit der Heilwirkung (und vorher gilt’s ja nicht, was sind schon ein paar Jahrtausende praktische Erfahrung) hat es im Grunde genauso lange gedauert: Dass Honig antibakteriell und entzündungshemmend wirkt und somit bestens als Wundauflage geeignet ist, weiß man erst seit den 90er Jahren, vorher gab es kaum Studien dazu. 

   

   

Am regsten dürften sich in Sachen “Heilen mit Honig” die neuseeländischen Forscher umgetan haben, weshalb sich irgendwie der Glaube festgesetzt hat, neuseeländischer Manuka-Honig wäre der mit der heilsamsten Wirkung zur Behandlung von Wunden. Ich persönlich greif’ trotzdem am liebsten zu Honig vom Bio-Imker meines Vertrauens, da weiß ich, wo die Bienen so herumgeschwirrt sind…    

Eine Königin wird geboren.

Eine Königin schlüpft. Und damit die potenzielle Herrscherin eines neuen Bienenvolks. Für 1 Kilogramm Bienenhonig absolviert so ein Bienenvolk im Schnitt mehr als 10 Millionen Blütenbesuche, dabei wird eine Strecke zurückgelegt, die etwa sechs Mal um die Erde führen würde.

Apropos Herumschwirren: Blütenhonig wird von den Bienen erzeugt, indem sie den Nektar diverser Blumen sammeln und dann daheim im Bienenstock weiterverarbeiten. Wer jetzt glaubt, Waldhonig entsteht dadurch, dass die lieben Bienchen Fichten- oder Tannenspitzen oder ähnliches irgendwie auszutzeln, der irrt aber so was von gewaltig! Als Ausgangsprodukt für ihren Waldhonig verwenden die Bienen nämlich die Ausscheidungen von Läusen. Die Läuse sitzen hoch oben inden Kronen von Nadelbäumen, ernähren sich von den Pflanzensäften der Kiefern-, Tannen- und Fichtennadeln und scheiden in der Folge  eine flüssig-klebrige Zuckermasse ab, die wiederum von den Bienen eingesammelt wird (diese Läusekacke wird dann “Honigtau” genannt). Klingt jetzt ein bisserl gruselig, also einfach wieder vergessen und Waldhonig weiter auf dem Butterbrot genießen. 

Nochmals zurück zum therapeutischen Einsatz von Bienenprodukten: Nebst Honig zur Wundheilung kommt Propolis als natürliches Antibiotikum zum Einsatz, weniger verbreitet ist hierzulande hingegen die Behandlung mit Bienengift. (Ich hab mal einen Imker getroffen, der setzt sich die Bienen zum Beispiel nach schwierigen Zahnbehandlungen oder bei Muskelverletzungen an, lässt sich also gezielt stechen, um das “Gift” als Heilmittel zu nutzen. Echt krass!) In einigen Ländern wird da kräftig geforscht, angeblich gibt es in Rumänien bereits vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Multipler Sklerose mit Bienengift. Hier erwarten uns bestimmt noch interessante Erkenntnisse. 

 Viele hungrige Mäuler... 

Der Vollständigkeit halber noch ein kurzer Auszug aus Wikipedia zur Heilwirkung von Honig: “Honig wirkt leicht entzündungshemmend, so dass Schwellungen, erhöhte Temperatur und lokaler Schmerz zurückgehen. Er fördert das Wachstum von Fibroblasten, wodurch die Wunde gleichmäßiger heilt und es zu weniger Narbenbildung kommt. Er wird etwa als Wundauflage benutzt, da er leicht antiseptisch wirkt und zudem in Wunden vorhandenes totes Gewebe abbaut. Die antiseptische Wirkung wird unter anderem durch Wasserstoffperoxid erzeugt, das im Honig durch den Abbau von Zucker entsteht. Es gibt erste experimentelle, zu bestätigende Resultate, dass die entzündungshemmende Wirkung von Honig auf der Wirkung von darin enthaltenen Polyphenolen (Chrysin, Quercetin, Myricetin, Kaempferol, Ellagsäure, Gallussäure und Kaffeesäure) zurückzuführen ist. Daneben werden in neuerer Zeit noch weitere Inhaltsstoffe (z. B. Inhibine) mit positiven Wirkungen erforscht, die unter anderem methicillin-resistente Staphylokokken und vancomycin-resistente Enterokokken abtöten. Spezielle Honigsorten finden daher zunehmend Eingang in die Wundbehandlung.”

Viele hungrige Bienenmäuler...

Zum Abschluss noch einmal ein recht herzliches Dankeschön an Waldemar, der meinen Artikel mit diesen wirklich wunderbaren Bilder bereichert hat!

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