Jetzt hat man also antibiotikaresistente Keime im Hühnerfleisch gefunden. Ein Skandal? Quatsch. Das ist nichts als die logische Konsequenz des gewissenlosen Fleischkonsums, den diese Gesellschaft betreibt. Und zwar bewusst betreibt. Oder wie blöd muss man sein, um bei einem Hendl um 3,50 Euro an artgerechte Tierhaltung zu glauben?
Schnitzelfleisch um 4,50 Euro pro Kilo – Wem da nicht das Würgen kommt, dem sind gequälte Tiere wurscht. Genau so wie jenen, die bei Berichten zum Thema “Intensivtierhaltung” sofort Augen und Ohren zuklappen, um sich den Appetit am Billigfleisch nicht verderben zu lassen.
Ich persönlich bin nicht bereit, das, was in der Massentierhaltung abgeht, durch mein Kaufverhalten zu unterstützen. Ich habe mich deshalb schon vor längerer Zeit entschlossen, den Fleischkonsum in meinem Haushalt deutlich zu reduzieren. Ganz auf Steak & Co. zu verzichten, schaffe ich noch nicht, greife aber zumindest kompromisslos zum Bio-Fleisch. Auch willkommen auf dem Tisch: Wild vom jagenden Familienmitglied. Gämsen und Hirsche, die frei und glücklich in unserer Bergwelt herumstapfen, bis sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel der finale Schuss ereilt – das akzeptiere ich beim persönlichen Fleischkonsum.
Was das alles mit phytomontana zu tun hat? Viel. Zum einen verträgt sich Tierquälerei für meine Begriffe nicht mit einer Lebensweise, die versucht, Einklang mit der Natur herzustellen. Und zum anderen: Wer “die Kraft der Pflanzen” wirklich nutzen will, sollte dies an allererster Stelle in der täglichen Ernährung tun! Dass die unglaubliche Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln kulinarisch höchst interessante Rezepte ermöglicht, sei hier nur en passant erwähnt. Ebenso wie der Umstand, dass auch Gemüsegerichte geschmacklich sehr von der Abrundung durch Hydrolate profitieren… (In Kürze gibt’s hier zum Beweis das Rezept eines köstlichen Rosenkohl-Ragouts mit Maroni und Salbei-Hydrolat.)
Wer jetzt Lust auf moralisch vertretbares Essen gekriegt hat, dazu innerlich aber noch irgendwie hochrüsten muss, sollte sich das Buch “Anständig essen” von Karen Duve besorgen. Ihr persönlicher Erfahrungsbericht mit bio, vegetarisch und vegan liest sich an verschiedenen Stellen ziemlich schockierend, zwischendurch dann wieder durchaus amüsant, aber nie moralisierend.


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