phytomontana
30. September 2012
Eiche, Silbertanne, Zirbe – Destillieren von Hölzern

Während ich auf Urlaub in Südfrankreich weilte (dort fand in der ersten Septemberhälfte die Europameisterschaft im Besenfliegen statt und da musste ich natürlich hin), fiel in einem der nachbarlichen Gärten eine Silbertanne der Motorsäge zum Opfer. Gerne hätte ich die Nadeln geschnorrt, aber die waren nach meiner Rückkehr bereits entsorgt. Immerhin war noch einiges an Sägespäne vorhanden und da mir die Nachbarsleut’ dankenswerterweise eine ordentliche Ladung davon abgaben, konnte ich meine Experimente in Sachen Holz-Destillate fortsetzen.

Mein erster Destillationsversuch fand mit Zirbenholz statt und weil der so gut gelaufen ist, stehen Hölzer bei mir seither hoch im Kurs. Was die beruhigende Wirkung der Zirbe aufs Herz angeht, gibt es eine bereits interessante Studie des Joanneum Research. Ich nehme an, dass diese mittlerweile weithin bekannt ist (die holzverarbeitende Industrie wird ja nicht müde, sie über ihre PR-Kanäle rauf und runter zu beten), wer sie dennoch nicht kennt, findet hier die Zusammenfassung.

Die Späne einer Silbertanne. Destilliert etwa eine Woche nach dem Fällen des Baumes.

Die Späne einer Silbertanne. Destilliert etwa eine Woche nach dem Fällen des Baumes.

Das Aroma des Holzes von Zirbe oder Tanne unterscheidet sich doch deutlich von dem der Nadeln oder Zapfen. Mein Zirbenholz-Hydrolat konnte ich übrigens auch kulinarisch verwerten: Ich hab’s in einer Art Gulasch eingesetzt, was eine höchst ungewöhnliche Geschmacksnuance ergab. Ein sehr schönes Hydrolat ergaben auch die Späne des Eichenholzes, ebenso wie die nun destillierte Silbertanne. Derzeit teste ich die verschiedenen Holz-Hydrolate in einem kleinen Zimmerdiffuser. Eines vorweg: Die Holz-Wässerchen enthalten kein ätherisches Öl, weshalb die Raumbeduftung deutlich “dünner” ausfällt als dies beispielsweise beim ölhältigen Latschen-Hydrolat der Fall ist.

Noch ausständig ist die Destillation einiger Feigenbaumzweige (ich musste das Bäumchen nach dem massiven Kälteinbruch im Februar kräftig zurückstutzen, da fiel einiges an). Der Geruch des Holzes ist übrigens dem der Frucht sehr ähnlich, während der vergangenen Monate, in denen die Feigenhölzer im Wohnzimmer hingen, drang einem immer wieder zarter Feigenduft in die Nase…

Alles in allem beschert einem das Destillieren von Hölzern ungewöhnliche wie interessante Duft- und Geschmacksnuancen. Wo also ein Kübelchen Späne abfallen, ist es einen Versuch allemal wert.

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