Im Vorjahr waren es nur ein paar Pflänzchen, aber heuer… – Wie deppert hat sich der Beinwell in meinem Garten vermehrt, und das, obwohl ich während der Sommermonate immer wieder einiges eliminiert hab. Aber wurscht, Beinwell hat ja auch seine guten Seiten, nämlich dann, wenn man was gegen Prellungen, Zerrungen oder sonstige stumpfen Verletzungen braucht.

Der Wortstamm "Bein" von "Beinwell" meint nix anderes wie "Knochen". Weshalb sich Beinwell auch bei stumpfen Verletzungen an anderen Körperteilen bewährt.
Mit den Blüten hab ich bereits im Sommer eine Tinktur angesetzt, jetzt, wo es so schön herbstelt, kommen die Wurzeln dran. Dieses Wochenende werden ein paar ausgegraben, um sodann in Öl “ausgezogen” zu werden. Sobald dann auf diese Weise die Wirkstoffe gewonnen sind, werden sie zu Salbe verarbeitet.
Beinwellblätter schmecken übrigens sehr lecker, wenn man sie in Palatschinkenteig ausbäckt. Die Pflanze enthält zwar die als krebserregend geltenden Pyrrolizidinalkaloide, aber wer futtert schon permanent Beinwell in Palatschinkenteig? Eben.
Beinwell gehört zur Familie der Borretschgewächse (Boraginaceae), was vielleicht seine Neigung zum üppigen Wuchern erklärt. Mit Borretsch hatte ich im Vorjahr ein ganz ähnliches Problem. Wobei mir der meine durchaus zurückhaltenden Säuberungsaktionen derart übel genommen hat, dass ich heuer außer einem mageren Borretschpflänzchen praktisch nix im Garten fand. Leider. Wo doch Borretsch so gut für die Haut ist und Leonardo schon ganz scharf drauf gewesen wäre…


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