Molekularküche ist für gewöhnlich gar nicht mein Ding. Die technisch-chemisch verliebte Art und Weise, wie da Lebensmittel förmlich “zugerichtet” werden, hat doch etwas Überkandideltes. Eine Ausnahme gibt’s allerdings, die setz ich oft und gerne ein: Espumas! Zum Beispiel in Form von “Espuma mit Estragon-Hydrolat”, was nix anderes ist als eine “g’schlamperte Sauce Bearnaise”.
Die Idee kam mir, weil ich ein Fan von Sauce Bearnaise bin, mir aber die Zubereitung meist zu aufwändig ist. Zwiebel-Estragon-Weißwein-Sud kochen, Butter klären, dann das ganze mit Dotter über dem Wasserbad zu einer kompakt-fluffigen Sauce verarbeiten, die – wenn endlich vollendet – irgendwie warm und natürlich fluffig-kompaktgehalten werden will, bis Steak und Beilagen fertig sind… – “Küchenkrake” mit fünf Armen müsste man sein oder zumindest über ausreichend Personal verfügen.
Das Problem erledigte sich, als sich ein Espuma-Schäumer zu meinen Küchenutensilien gesellte. Hier die denkbar einfache und zugleich ungemein leckere Hydrolat-Variation des von mir so geliebten Estragon-Schäumchens:
Ein ganzes Ei mit
1 Esslöffel Estragon-Hydrolat,
1 Esslöffel Noilly Prat (es geht auch ein anderer trockener Wermut, Weißwein oder auch Prosecco),
1 bis 2 Teelöffel Essig sowie
etwa 200 g geschmolzener Butter mit einem Schneebesen im Wasserbad kurz (darf ruhig “schlampig” gemacht werden) durchrühren.
Mit Salz und Essig, eventuell auch noch Estragon-Hydrolat abschmecken.
Keine Sorge, wenn sich die Flüssigkeiten nicht ordentlich verbinden, dazu haben wir ja den Espuma-Schäumer! In den wird die Flüssigkeit reingefüllt, verschließen, Gas-Kapseln (für diese Menge reicht ein Stück) aufsetzen, schütteln. Fertig. Zum Warmhalten kommt der Schäumer in ein heißes Wasserbad.
Das Praktische an dem Ding: Man kann die Sauce bequem vorbereiten, sogar einen Tag in den Kühlschrank stellen! Sobald man den Espuma-Schäumer ins heiße Wasserbad stellt, wird die Sache schonend erwärmt und kriegt beim Raussprühen diese herrlich schaumig-sahnige Konsistenz. Ich bin zwar dabei, unseren Fleischkonsum stark zurückzuschrauben, aber ein gutes Steak mit dieser “g’schlamperten Sauce-Bearnaise”, macht mich immer noch schwach.



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