phytomontana
14. August 2009
Feigenblätter für “Leonardo”
Putzige kleine Feigen, die leider in meinem Garten nie reif werden, weil der Winter einfach immer schneller ist..

Putzige kleine Feigen, die leider in meinem Garten nie reif werden, weil der Winter einfach immer schneller ist..

Zwei Feigenbäume hab ich im Garten stehen, die immer viele Früchte tragen, welche aber nie reif werden. Der Winter war bisher immer schneller. Was mich im letzten Sommer auf die Idee brachte, zumindest die Blätter zu nutzen! 

Schon als ich die Feigenbaum-Blätter in der Küche zerkleinerte, fiel mir das herrlich feine Aroma auf. Und dann erst der Destillationsvorgang! Durch die ganze Wohnung schwebte dieser wunderbare süßliche Duft.

Zwei mal 200 ml sind aus meiner kleinen Leonardo-Destille rausgeflossen. Die Fläschchen wurden in den kühlen Keller gestellt, wo ich sie erst mal einige Wochen reifen ließ.

Das Ergebnis am Ende der Reifezeit war ein zart nach Feigenaroma duftendes Hydrolat, mit dem ich gerne in der Küche herumexperimentiert hätte, wenn es nicht gar so zart ausgefallen wäre! Anders gesagt: Das Aroma erwies sich als derart flüchtig, dass es praktisch nirgends zu verankern war. Außer vielleicht in einem Glas klaren Wassers.

Was mich zu Plan B brachte: die Verwendung in der Kosmetik. Feigenblätter werden zwar – wie schon erwähnt – zur Wundheilung eingesetzt, doch sie enthalten auch Furanocumarine und die wiederum können auf die Haut stark photosensibilisierend wirken und zu Hautreizungen führen. Weil der Cumarin-Gehalt bei der Pflanze angeblich nur max. 0,8 Prozent beträgt und davon im Hydrolat bestenfalls noch Spuren vorhanden sind, hab ich mich entschlossen, den Selbsttest durchzuführen. Nach einigen Wochen, in denen ich pures Feigenblätter-Hydrolat morgens und abends als Gesichtswasser eingesetzt hab, kann ich sagen: Das Testergebnis hat mich überzeugt! Das Hydrolat wirkt adstringierend und klärend. Selbst in einer Woche, in der ich micht mit einem grippalen Infekt rumschlagen musste – was in der Regel nicht spurlos an der Haut vorübergeht -, bin ich von Hautunreinheiten völlig verschont geblieben.

Das Feigenblätter-Hydrolat zählt damit zu meinen Favoriten in der Gesichtspflege. Im nächsten Sommer gibt’s dennoch mit Sicherheit einen neuen Hydrolat-Versuch: Anderer Erntezeitpunkt, stärkere Zerkleinerung. Mal sehen, ob das soviel Aroma bringt, dass das Wässerchen nicht nur im Bad sondern auch in der Küche ein Hit wird!

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2 kommentare | kommentar schreiben
Hildegard Beckamp | 19.1.14

Ich habe Ihren Beitrag mit Interesse gelesen und werde mir nun auch einige Blätter trocknen – daß mit dem Destilieren kommt vielleicht später.

Nun ich wohne auch in einer nicht so warmen Gegend, habe schon einige Jahre 3 Feigenbüsche,
und habe in dieser Zeit schon 4 Jahre das Gück gehabt reife Feigen zu ernten. In zwei Jahren waren es mehrere Schüsseln voll. Sie waren einfach köstlich, aber zuviel zum Rohessen, deshalb habe ich welche eingekocht und Marmelade gemacht.Trocknen habe ich mich nicht getraut, da sie doch sehr saftig sind und sie mir evtl. verschimmeln.
2013 waren es allerdings nur 3 mittlere Feigen.
Dieser Sommer war einfach nicht sonnig genug.

Vielleicht können sie die Büsche ja über Winter etwas schützen, daß sie nicht so abfrieren und haben dann doch einmal eine Ernte.

Ich wünsche viel Erfolg

Gruß Hildegard Beckamp

selisa | 19.1.14

Ich beneide Sie um Ihre Feigenfrüchte! Leider hab ich mein Bäumchen etwas zu exponiert gesetzt, da wird’s auch mit dem Schützen schwierig. Zumindest ganz schön aufwändig. Aber vielleicht besiege ich meine Faulheit im nächsten Herbst und mach mich daran, meinen Feigenbaum “einzuwickeln”.
Viel Freude mit den getrockneten Blättern!
lg
Elisabeth Schmidt

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