phytomontana
Feigenblätter (Ficus caricae folium)

Sie sehen nicht danach aus, aber die Blätter des Feigenbaumes bringen das Innenleben ordentlich zum Schwingen!

Viel habe ich bisher über die medizinische Verwendung von Feigenblättern nicht gefunden.  Angeblich enthalten sie wertvolle Enzyme, welche sich altarabische Heilkundigen beim Prozess der Wundheilung zu Nutze machten. Heute noch soll es in einigen Ländern üblich sein, zerkaute Feigenblätter auf offene Wunden  zu legen. Eine Abkochung der Blätter wird in Südamerika bei Husten und Erkältungen eingesetzt.

In diversen Heilkräuterlexika wird vor allem auf den Cumarin- und Furanocumarin-Gehalt von Feigenblätter verwiesen (angeblich bis zu maximal 0,8 Prozent). Weitere Inhaltsstoffe sind äther. Öl, Polysaccharide (ca. 4,8 %, pektinähnliche Stoffe), Vitamin C (ca. 0,33 %), Triterpene und Gerbstoffe. Im Milchsaft (Latex) der Blätter ist die Protease Ficin enthalten.

Cumarin wirkt – ähnlich wie Rutosid – entzündungshemmend, abschwellend und durchblutungsfördernd. Zubereitungen aus cumarinhaltigen Pflanzen werden beispielsweise zur Behandlung von Venenleiden eingesetzt. Da Cumarin im Tierversuch lebertoxische und kanzerogene Eigenschaften zeigte, sollte die Einnahme cumarinhaltiger Lebensmittel wie z.B. zimthaltiger Tees nicht über einen längeren Zeitraum erfolgen. Andererseits ist die Übertragbarkeit dieser Befunde auf den Menschen durchaus strittig, einige Heilkräuterlexika verweisen sogar auf günstige Effekte bei Tumorleiden.

Übrigens: Getrocknete Feigenblätter sind ein echter Räucher-Hit! Der Raum wird erfüllt von einem wunderbar feinen Duft, auf dem die Seele regelrecht aufgleiten kann. Ich hab bereits einige Feigenblätter verteilt und hochinteressante Rückmeldungen gekriegt. Da fanden echt spannende Prozesse des “Loslassens”, auch des Öffnens und Aufbrechens statt!

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