
Eine kleine Destille zur Herstellung von Hydrolaten
Darf ich vorstellen: Das ist “Leonardo”, mein Helfer bei der Herstellung der kostbaren Hydrolate:
Diese kleine Pflanzen-Destille funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie es schon Leonardo da Vinci in Zeichnungen festgehalten hat, und eröffnete mir völlig neue Möglichkeiten für die Arbeit mit Pflanzen. Eigentlich sind Hydrolate ja “Abfallprodukte”. Sie entstehen bei der Destillation von Pflanzen, die meist deshalb durchgeführt wird, um das kostbare ätherische Öl zu gewinnen. Ich persönlich destilliere um des Hydrolats willen, weshalb ich auch das ätherische Öl in der Regel nicht völlig absauge, sondern Teile davon im Destillat belasse, was das Hydrolat noch ein Stückchen gehalt- und wertvoller macht.
Grundsätzlich kann man jede Pflanze in die Destille geben. Bloß was fängt man mit dem Ergebnis an? Nun, das hängt stark von der Pflanze ab, die man destilliert hat.
Mädesüß verwende ich zum Beispiel sowohl in der Küche wie in der Kosmetik, Salbei setze ich zum Würzen oder auch “medizinisch” als Rachenspray bei Halsweh ein, mit Löwenzahn experimentier ich an einer “Bitterkur” herum, Latschenkiefer wandert zwecks Schaffung eines angenehmen Raumklimas in die Aromalampe. Die Spielvarianten sind unendlich und das Erkunden ein ständiges Abenteuer…
Unmengen von Löwenzahn sind vielleicht ein guter Grund, einen Hydrolierversuch zu wagen, aber noch lange keiner, sich das Wässerchen dann auch ins Gesicht zu sprühen. Manche Kräuter wirken ja durchaus reizend. Dass ich es beim Löwenzahn gewagt habe, lag an einigen interessanten Hinweisen, auf die ich bei meinen Recherchen stieß.

Das nenne ich ein Löwenzahn-Bad!
Zum einen fand ich mehrere Quellen, die Löwenzahn-Tee – äußerlich angewendet – als probates Mittel für eine „klare und glatte Haut“ auswiesen. Verschiedentlich wird seine Anwendung bei Hautunreinheiten, Ausschlägen und chronischen Hauterkrankungen empfohlen. Das weckte schon mal eine gewisse Zuversicht, dass das Hydrolat ähnlich wohltuend wirken könnte.
Löwenzahn ist äußerst reich an Antioxidantien und das macht ihn auch zu einem höchst interessanten Kraut. Angeblich lassen sich durch Einnahme des Frischpflanzen-Saftes ein trockenes Hautbild deutlich verbessern und auch Falten reduzieren beziehungsweise verhindern. Ich stieß im Internet auf Hinweise, wonach die Universitäts-Hautklinik Mannheim eine entsprechende Studie durchgeführt hat. Wiewohl ich die Untersuchung selbst nicht finden konnte, wollte ich die verjüngende Verheißung doch nicht ganz unterschlagen.
Jenseits aller wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt’s ohnehin etwas viel Wertvolleres, nämlich die eigene Erfahrung. Und die ist bei mir in Sachen Löwenzahnblüten-Hydrolat äußerst positiv ausgefallen. Das Aroma mag unspektakulär sein, die Wirkung fiel für meine Begriffe gar nicht unauffällig sondern durchaus wahrnehmbar aus: Ich empfinde das Hydrolat als ausgesprochen befeuchtend und beruhigend auf der Haut. Außerdem scheint es das Hautbild tatsächlich zu klären. Eingearbeitet in ein Gel oder eine Emulsion hat Löwenzahnblüten-Hydrolat bei mir nun einen fixen Platz. In puncto Gesichtswasser bleibe ich freilich lieber bei Feigenblätter-, Holunderblüten- oder Melissen-Hydrolat. Aus “aromatechnischen” Gründen: Schöne Düfte bei der Morgentoilette heben meine Stimmung beträchtlich.
Noch zwei Infos, die vielleicht Destillateure bzw. Destillateurinnen (müsste es nicht „Destillateusen“ heißen?) interessiert: Destilliert wurden von mir die ganzen Blütenköpfe und nicht etwa nur die gelben Blütenblättchen. Der ph-Wert ist weniger sauer als beispielsweise bei Blüten wie Mädesüß, Holler oder Rose.
Mai 17th, 2012
Wie gewohnt, habe ich auch das Löwenzahnblüten-Hydrolat erst pur als Gesichtswasser getestet, bevor es von mir in eine Pflege eingearbeitet wurde. Selten hat mich ein Feuchtigkeits-Gel derart begeistert wie dieses. Meine persönliche Erfahrung bestätigt, was sich in alten Schriften findet, dass nämlich Löwenzahn für eine „klare und glatte Haut“ sorgt. Hier die Rezeptur meines ganz persönlichen “Anti-Aging-Gels”. mehr »
Mai 17th, 2012
Die österliche Eiersuche hat anscheinend den einen oder die andere auch auf meine Seite geführt und die Betroffenen dort prompt über “mein gefährlichstes Dessert” stolpern lassen. Sehr lecker sehe es aus, aber halt auch sehr aufwändig in der Herstellung. Ich nehme solche Rückmeldungen ernst, schließlich sollen meine Rezeptideen zum Nachkochen und nicht Davonlaufen animieren. Weshalb ich für Liebhaber der Schocko-Minze-Kombination eine “entschärfte” Variante parat habe. mehr »
April 25th, 2012
Meine kürzlich gewonnene Schneeglöckchen-Essenz begleitet mich derzeit täglich. Innerlich tut sie das in Form einiger weniger Tropfen, die am Morgen ins erste Glas Wasser fallen. Äußerlich mit Hilfe einer wunderbaren Emulsion, die schon allein durch ihre reine weiße Farbe die perfekte Optik für eine “Schneeglöckchen-Pflege” bildet. mehr »
März 27th, 2012
…liegt’s meist an der (falschen) Pflege. Aber wie findet man die richtige? Nachdem ich im Kampf gegen trockene Haare so ziemlich alles probiert habe, was der Markt an Haarkuren und Leave-Ins hergibt, beschloss ich in meiner Verzweiflung irgendwann, nicht nur die Haut- sondern auch die Haarpflege selbst zu fabrizieren. Klingt jetzt so einfach, war aber ein ziemlich mühsamer Weg. mehr »
März 16th, 2012
Avocado, Mango, Lauch und ein Sößchen aus Passionsfrüchten und Akazienblüten-Hydrolat - viel mehr braucht es nicht für diesen leckeren Salat. Vom Zwischen- zum Hauptgang wird das Gericht, wenn man es mit Topfen-Parmesan-Nockerl, Fisch oder Kichererbsen-Plätzchen serviert. Letzteres ergibt eine köstliche vegane Variante. mehr »
Februar 29th, 2012

Die Muscheln werden mit einer Hydrolate-Mischung untergossen, die sich ganz fantastisch zum Auftunken mit Baguette eignet.
Meerestiere kommen aufgrund der Problematik überfischter Meere bei mir nur noch höchst selten auf den Tisch. Zu den seltenen Ausnahmen gehören Miesmuscheln aus Zucht. Hier mit Petersilie und Parmesan gratiniert sowie verschiedenen Hydrolaten untergossen. mehr »
Februar 29th, 2012
Claudia – eine liebe Bekannte – verwendet in der Küche ebenfalls gerne Hydrolate, was mich natürlich freut. (Wieder eine Hydrolier-Begeisterte mehr. Fein!) Ganz besonders freut mich aber, dass Claudia mich immer wieder an ihren Rezepten teilhaben lässt. Wie zum Beispiel an ihrem “Wintereis” (einem Rosmarin-Parfait mit Lavendel-Hydrolat) und nun an diesem köstlichen Rehragout mit Estragon-, Lorbeer- und Koriander-Hydrolat. mehr »
Februar 22nd, 2012
Für einen Flug mit dem Besen ist es derzeit einfach zu kalt. Also hab ich die vergangenen Wochenenden genutzt, um meinen Kräuterbestand einmal wieder zu sichten, zu sortieren und das eine oder andere zu destillieren. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie sehr sich die Qualität der Pflanzen und damit auch des Hydrolats unterscheiden können. Hier ein anschaulicher Vergleich am Beispiel “Rosmarin”. mehr »
Februar 11th, 2012
Mein Salbei-Hydrolat gehört zu jenen Wässerchen, die ich hauptsächlich in meiner privaten Hausapotheke einsetze. In der Küche geht für mich nichts über das frische Kraut. Salbeiblätter kurz in heißer Butter geschwenkt – das nenn ich “einfach genießen”! Es gibt freilich Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn mich mitten im Winter Gusto auf Kohlsprossenragout in Salbeisaft überfällt. Um diese Jahreszeit verzichte ich gerne auf hochgepäppelte Glashausware und greife zum vollen Sommer-Aroma meines Salbei-Hydrolats. mehr »
Februar 8th, 2012