phytomontana
Mädesüß (Filipendula ulmaria L., Spiraea ulmaria)
Bezaubert allein durch sein Aroma: das Mädesüß

Bezaubert allein durch sein Aroma: das Mädesüß

Das “Mädesüß” – auch “Wiesenkönigin” genannt – zählt zu meinen Lieblingspflanzen in Küche und Kosmetik. Der Name kommt übrigens nicht von “Mädchen” sondern – da scheiden sich die Geister – entweder von “Met” (weil das Kraut von den Germanen zum Aromatisieren ihres Honigweins verwendet wurde) oder von “Mahd” (= “mähen”), wie die Pflanze besonders zur Heuernte so schön blüht. Wie immer, das Aroma der “Wiesenkönigin” ist einfach köstlich!

Kurz zur Wirkung: Abgesichert ist eine entzündungshemmende, fiebersenkende und schmerzlindernde Wirkung. In der Volksmedizin kommt Mädesüß außerdem bei Schleimhauterkrankungen sowie bei Rheumatismusbehandlungen zum Einsatz. Der Pflanze wird weiters eine schweißtreibende und die Harnausscheidung fördernde Wirkung zugeschrieben. Äußerlich angewendet wirkt sie regenerationsfördernd, beruhigend und entzündungshemmend, in der Hautpflege zählt Mädesüß damit zu den “Anti-Aging”-Pflanzen.

Mädesüß ist übrigens der Namensgeber des Aspirins: Die Spirae oder Spierstaude, wie man Mädesüß früher auch genannt hat, enthält nämlich ebenso wie die Weidengewächse (Salicaceae) verschiedene Salicylsäurederivate. Im 19. Jahrhunderts gelang es erstmals, den Wirkstoff Salicin zu isolieren und später zu A-cetylsalicylsäure – besser bekannt unter dem Markennamen Aspirin – zu synthetisieren.  Die Blüten des Mädesüß weisen übrigens einen höheren Anteil an Salicylaldehyd und freier Salicylsäure auf als die Blätter.

Mittlerweile gibt es einige Untersuchungen, die sich mit Mädesüß als Therapie von Durchblutungsstörungen auseinandersetzen. Demnach sind die Inhaltsstoffe der Spiraea ulmaria möglicherweise in der Lage, im menschlichen Organismus die Verklumpung von Thrombozyten zu verhindern, was letztlich eine vorbeugende Wirkung bei Herz- oder Hirninfarkten bedeuten würde. Man wird sehen, wie es hier wissenschaftlich weitergeht.