phytomontana
15. Dezember 2009
Orangenschalen-Hydrolat
November, Dezember sind die idealen Monate, um Orangenschalen-Hydrolat zu fabrizieren. Jetzt werfen die Früchte nämlich so richtig reiche Beute – sprich: ätherisches Öl – ab.
Orangen-Hydrolat braucht ganz schön lange zum Reifen. So ein halbes bis ganzes Jahr darf man schon zuwarten...

Orangen-Hydrolat braucht ganz schön lange zum Reifen. So ein halbes bis ganzes Jahr darf man schon zuwarten...

Obwohl ich meine Destille nicht mal voll gefüllt hab, konnte sich die Menge des ätherischen Öls sehen lassen. Verwendet hab ich großteils das, was nach dem Auspressen der Orangen übrigblieb.

Die bittere Wahrheit: Das Weiße ist  gesund!
Noch feiner wird das Aroma, wenn man nur die äußerste orange Schale abträgt und den bitteren weißen Teil nicht mitverwendet. Seit ich allerdings gelesen hab, dass sich kostbare Flavonoide – also jene Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien zum Schutz vor Sauerstoffradikalen wirken – vor allem in der weißen Schale von Zitrusfrüchten befinden, nehm ich es mit dem Schälen von Orangen auch beim Kochen nicht mehr so genau. Wer so akribisch hinter jedem weißen Orangenschalen-Fitzelchen her ist wie diverse Gourmet-Köche schmeißt im Grunde gesundheitlich höchst wertvolle  Inhaltsstoffe zum Abfall. Apropos Küche: Zwei Orangen fanden in der Destille keinen Platz mehr, weshalb ich die Früchte – mit allen ihren kostbaren Flavonoiden! – zu diesem köstlichen Ananas-Orangen-Chutney verarbeitet hab.

Gesundheitlicher Schatz “Flavonoide”
Kurze Info zu den Flavonoiden: Diese stellen neben den Phenolsäuren die zweite große Gruppe der Polyphenole dar und werden in sechs Untergruppen eingeteilt. Flavonoide zählen zu den mengenmäßig häufigsten und wirksamsten antioxidativen Inhaltsstoffe in pflanzlichen Nahrungsmitteln. Mittlerweile liegen zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten vor, die die antioxidative Wirkung belegen. So weiß man heute, dass der positive gesundheitliche Nutzen von Äpfeln weniger auf dem Vitamin-C-Gehalt als den Flavonoiden beruht. Zahlreiche Arbeiten bescheinigen dieser Stoffgruppe zudem vorbeugende Wirkung gegen Tumorerkrankungen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Obst und  Gemüse aus kontrolliert biologischem Anbau weist einen deutlich höheren Flavonoid-Gehalt auf  als konventionell angebautes!

Bleibt abschließend nur noch die Frage, ob Flavonoide aufgrund ihrer Molekülgröße überhaupt ins Hydrolat übergehen. Ich hab’s bisher nicht recherchieren können. Aber auch wenn’s nur in Spuren passiert, bin ich schon froh. Aus der Homöopathie weiß man ja, was so kleine Mengen, die eigentlich gar nicht mehr da sind, trotzdem bewirken können…

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