phytomontana
Pfirsichbaumblätter-Hydrolat mit Marzipangeschmack

Da ich Danis “Marzipanhydrolat” aus Pfirsichbaumblättern bereits kannte, konnte ich diesem Angebot natürlich nicht widerstehen: TEH-Kollegin Gertraud schnitt im Herbst ihren Pfirsichbaum klein und bot mir einen Korb Blätter für die Destille an. Schon während des Destillierens breitete sich herrlich-aromatisches Marzipanaroma aus. Kleine Zusatzinfo für DestillateurInnen: Das Messen des ph-Werts war bei diesem Hydrolat äußerst wichtig, nur so schaffte ich es, die Destillation rechtzeitig zu stoppen und die intensiv schmeckende Fraktion von der weniger aromatischen zu separieren.

Schon beim Zerkleinern strömt einem wunderbarer Marzipan-Duft in die Nase.

Die Blätter des Pfirsichbaumes betören mit herrlichem Marzipan-Aroma.

Die “technischen Details”: Ich ließ die Blätter zwei Tage lang liegen und zerkleinerte die leicht angewelkte Pflanzenfraktoin unmittelbar vor dem Destillieren mit einem Küchenmesser. Insgesamt wanderten 320 g Pfirsichbaumblätter in die Destille. Der ph-Wert betrug zu Beginn des Destillierens 4,4, stieg während der ersten 250 ml langsam auf 4,7 und lag bei 350 ml dann bei 5. Weil sich das Aroma für meine Begriffe zu verändern begann,wanderte diese erste 350-ml-Fraktion einmal gut verschlossen beiseite. Aus Testgründen ließ ich in einem separaten Fläschchen noch weitere 250 ml runter. Der ph-Wert stieg dabei noch geringfügig weiter auf 5 an. Achtung: Die Angaben des ph-Werts dienen nur zur Orientierung, je nach verwendetem Messstreifen-Fabrikat können die Werte stark abweichen!

Die beiden Hydrolat-Fraktionen haben nun eine fünfwöchige Reifezeit hinter sich und der Unterschied im Aroma ist eklatant. Fraktion Nummer 1 lockt mit intensivem Marzipanduft und ist bestens zur Parfümierung von Desserts geeignet. Fraktion Nummer 2 kommt schon deutlich “dünner” daher, auch drängen sich hier weniger aromatische Stoffe in die Nase. Ich überlege, die weniger wuchtige Variante als Gesichtswasser zu testen (irgendwo muss das mit der “Pfirsichhaut” ja herkommen), die “Premium-Qualität” ist mir dafür einfach zu schade. Die wird von mir gerade hingebungsvoll als “Marzipanschaum” geschlemmt, bietet sie doch den Vorteil, Marzipangeschmack ohne Zucker genießen zu können. Das Rezept dafür ist im Grunde das gleiche wie hier beim “Zimtblütenschaum“, bloß wandert statt Zimtblüten-Hydrolat (auch eine echte Kostbarkeit) eben das Pfirsichblätter-Hydrolat rein.

 

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