Rastplatz
22. April 2011
Mein gefährlichstes Dessert: dunkles Schoko-Ei gefüllt mit hellem Schoko-Pfefferminz-Mousse
Am Anfang dieses Desserts steht eine Fahrradpumpe

Am Anfang dieses Desserts steht eine Fahrradpumpe

Dieses Dessert ist nicht nur zu Ostern ein Hingucker. Außerdem ist es – mit etwas Übung – relativ schnell gemacht. Wirklich viel Arbeit hat man eigentlich nur hinterher. Mit dem Putzen der Küche. Weil nämlich manchmal das eine oder andere Ei “hochgeht”. (Hab ich erwähnt, dass das mein “gefährlichstes” Dessert ist?) Wer allerdings die hier ausgesprochenen Warnungen ernst nimmt, sollte davon weitgehend verschont bleiben. 

Schritt 1: Herstellung der Ei-Form
Um Kindern die Herstellung von Wasserbomben zu erleichtern, bieten mittlerweile die meisten Supermärkte praktische Mini-Luftballons an. Für unsere Zwecke pumpen wir diese mit Hilfe einer Fahrradpumpe zu kleinen, fast eiförmigen Gebilden auf. Ich spül’ die Dinger noch mit Geschirrspülmittel und Wasser ab, um den Gummigeruch hintanzuhalten. 

Schritt 2: Herstellung der dunklen Schoko-Hülle
Jetzt sind wir beim ersten wirklich heiklen Punkt des Desserts angelangt: dem Fabrizieren der Schoko-Hülle. Dazu wird eine Tafel Kuvertüre (gibt mindestens 10 Eier, also eventuell nur die halbe Tafel nehmen. Andererseits: beim ersten Mal muss man doch mit einem gewissen Ausschuss rechnen, nehmen Sie die ganze) über dem Wasserbad geschmolzen. In dieser Masse wälzt man nun die aufgeblasenen Luftballons und stellt sie dann auf ein mit Backpapier begelegtes Teller. 

 

Achtung! Wichtig! Die Schokomasse muss weitgehend abgekühlt, aber trotzdem noch flüssig sein. Wenn sie noch zu warm ist, platzt der Luftballon und trägt die Schokolade selbst in die hintersten Winkel der Küche! Nur so nebenbei möchte ich erwähnen, dass die Luftballons auch nicht zu alt sein sollten. Dann wird nämlich der Gummi porös und es kann einem passieren, dass das Ei mit Verzögerung – wenn man schon glaubt, es sei alles gutgeangen – hochgeht und … – Der Rest ist glaub’ ich vorstellbar. (Ich schütze mich und Küche mittlerweile, indem ich mit der rechten Hand das Ei drehe und mit der linken eine große Salatschüssel umgedreht quasi als “Schutzschirm” drüberhalte.) 

Im Grunde einfach herzustellen, wenn man die Sicherheitshinweise beachtet...

Im Grunde einfach herzustellen, wenn man die Sicherheitshinweise beachtet...

Schritt 3: Abkühlphase und Herstellung des hellen Schoko-Mousses
Die dunklen Schoko-Eier wandern jetzt ins Tiefkühlfach und während die dort abkühlen, machen wir uns an die Herstellung des hellen Schoko-Mousses.
Dazu brauchen wir:
1/4 l Schlagobers
250 g weiße Schokolade
2 Eier, 2 Dotter
1 EL Vanillezucker
1 EL weißer Rum
ca. 3-5 EL Pfefferminz-Hydrolat 

Schlagobers schlagen und kühl stellen. Die weiße Schokolade über dem Wasserbad schmelzen. Parallel dazu Eier und Dotter mit dem Vanillezucker ebenfalls über Dampf schaumig schlagen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Schüssel vom Herd nehmen und weiterrühren, bis die Masse wieder abgekühlt ist. Die geschmolzene Schokolade rasch unterrühren. Den geschlagenen Schlagobers unterheben, mit weißem Rum sowie (je nach Geschmack) 3 bis 5 Esslöffeln Pfefferminz-Hydrolat abschmecken. Für gewöhnlich bevorzuge ich “sanftere” Minzen zum Kochen, in diesem speziellen Fall sollte es aber schon ein Pefferminz-Hydrolat sein, das bringt den gewissen After-Eight-Touc rein. Anschließend das Mousse bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank stellen. 

(Abkürzung für Eilige: Wenn’s schnell gehen muss, kann man auch Schlagobers sanft erhitzen, die weiße Schokoloade darin schmelzen, mit etwas Zucker und Pfefferminz-Hydrolat abschmecken, das ganze über Nacht in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag einfach mit dem Handmixer aufschlagen. Ist weniger tricky, gibt aber auch ein leckeres Mousse.)

Schritt 4: Vollendung
Jetzt kommt noch einmal eine knifflige Phase, nämlich die Luftballons aus ihrer Schokohülle zu schaffen. Durch die Kälte sind die Ballons bereits etwas geschrumpft (die Luft darin hat sich zusammengezogen), man kann sie jetzt gut mit einer Nadel einstechen, ohne Schlimmes befürchten zu müssen (das stimmt, glauben Sie mir. Ich hab mehr Schokobatzen von der Decke gewischt, als Sie sich vorstellen können, ich weiß, wovon ich schreibe). Ganz aus dem Schneider ist man freilich noch nicht, weil bloß, weil die Dinger nicht mehr explodieren, heißt das nicht, dass sie nicht kaputt können. Die Luftballons also sehr, sehr vorsichtig herauslösen, sonst brechen sie und alles war umsonst. (Ich hab mir schon überlegt, ob ich sie nicht vor dem Wälzen in der flüssigen Schokolade in Zucke wälzen soll, um das Herauslösen zu erleichtern. Vielleicht beim nächsten Mal.) 

 

In die leeren dunklen Schokohüllen das helle Mousse reinspritzen. Fertig. Natürlich kann man das ganze noch nett garnieren, mit Minzeblättchen, Hippen und sonstigem Dessert-Tatü-Tata. Fröhliche Oster und: Wohl bekomm’s!

2 kommentare | kommentar schreiben
Susanne | 31.8.11

Tolle Idee, tolles Rezept – lieben Dank fürs Teilen :-)

Herzliche Grüße
Susanne

selisa | 2.9.11

Gerne, ist mir immer eine Freude, wenn was schmeckt!
lg
Elisabeth

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