phytomontana
1. Mai 2011
Strahlenschutz aus der pflanzlichen Hausapotheke

Der  Salzburger Atomexperte Friedrich Steinhäusler, seines Zeichnes Leiter des Salzburger Strahlenlabors, gab kürzlich via ORF-Salzburg einereichlich gruselige “Restrisiko-Abschätzung” von sich. Demnach liegt seiner Ansicht nach die Wahrscheinlichkeit, dass Salzburg in den nächsten fünf bis zehn Jahren von einem atomaren Unglück betroffen ist, bei 50 Prozent! Vielleicht ein guter Anlass, sich doch ein wenig mit dem Thema Strahlenschutz aus pflanzlichen Zubereitungen zu beschäftigen…

Wenn es um kraftvolle Pflanzen im atomaren Katastrophenfall geht, fällt mir persönlich spontan der Ginkgo (Japanischer Tempelbaum, Ginkgo biloba) ein: Als am 6. August 1945 in Hiroshima die Atombombe hochging, wurde die Stadt praktisch dem Erdboden gleichgemacht. Nur 800 Meter vom Explosionszentrum entfernt stand ein stattlicher Ginkgo, der wie alles übrige Leben dem Untergang geweiht schien. Doch bereits im nächsten Frühjahr trieb der Baum wieder aus und wurde so zum Symbol für die Unbesiegbarkeit des Lebens, für die Hoffnung. (Der Ginkgo ist wohl nicht umsonst der älteste Baum der Welt, seine Entstehung wird auf die Zeit vor 280 bis 225 Millionen Jahren geschätzt!)

Die Resistenz des Ginkgo biloba gegen Luftverschmutzung, tiefe Temperaturen, Viren, Pilze, Insekten und sogar Feuer und Radioaktivität wird mit seinem hohen Gehalt an Ginkgoliden und Flavonoiden erklärt. Diese Inhaltsstoffe des Ginkgo hemmen die Bildung freier Radikale und weisen ausgeprägte antioxidative Eigenschaften sowie eine starke “radioprotektive” Wirkung auf. Empfohlene Anwendungen konzentrierten sich bisher primär auf Demenzerscheinungen, wissenschaftliche Untersuchungen über die strahlenschützende Komponente sind – wohl mangels bisheriger Notwendigkeiten – zumindest in Mitteleuropa noch Mangelware.

In meinem “Abschalten! Jetzt!”-Eintrag habe ich bereits auf Eliane Zimmermanns Ausführungen zum Thema Strahlenschutz verwiesen. Die traditionelle japanische Würzpaste “Miso” beispielsweise wurde nach der Katastrophe in Tschernobyl von europäischen Insidern angeblich tonnenweise aus Japan bestellt. “Man sagt, dass sowohl Nonnen eines Klosters unweit von Hiroshima, wo der amerikanische Atombomben-Abwurf so unendliches Leid anrichtete, als auch Mitarbeiter einer Misofabrik vor den starken Strahlenschäden bewahrt worden seien. Auch Helfer, die dort und in Nagasaki an den Aufräumarbeiten beteiligt waren, sollen aufgrund ihrer misohaltigen Nahrung von gesundheitlichen Störungen unbehelligt geblieben sein”, schreibt Eliane Zimmermann in ihrem Block.

Die Expertin verweist außerdem auf zwei Öle, die in der Aromatherapie vorbeugend und heilend bei Strahlenschäden - sowohl medizinischer Natur als auch von der Sonne  – eingesetzt werden: das ätherische Öl der Zweige des Niaouli-Baumes (Melaleuca viridiflora) und das fette Öl aus dem Fruchtfleisch der Beeren des Sanndornstrauches (Hippophae rhamnoides).

Ebenfalls interessant ist die Seite einer “Kräuterhexe aus dem Norden” Deutschlands: Die Herbalistin Gabriele Meier begegnet den ebenso ermüdenden wie letztlich unergiebigen Grenzwertdebatten, indem sie diverse Strahlenschutzpflanzen in einer Tabelle zusammengefasst hat.  Einige Beispiele daraus: Bocksdorn (Lycium chinese) beispielsweise erhöht die Erholungsrate von Blutzellen bei Röntgegenstrahlung, bei Knoblauchextrakt wiederum (20 Monate in 20 % Ethanol ausgezogen) konnte effektiver Strahlenschutz nachgewiesen werden. Und Süßholz wird ein hoher Schutz – besonders der DNS – gegen Gammastrahlung nachgesagt.

Gabriele Meier schlägt vor, die wirksamen Kräuter vermehrt in den Speiseplan aufzunehmen: “Das gilt jetzt natürlich für die, die ohnehin als Heil- oder Würzkraut genutzt werden. Irgendwelche exotischen Pflanzen, die noch nicht auf längere Verwendung geprüft wurden, würde ich in Eigenregie nicht verwenden.” Und noch ein interessanter Tipp von der nordeutschen Kräuterexpertin: Gepflanzt auf strahlenbelastenden Böden sind Sonnenblumen in der Lage, 95 Prozent der Belastung herauszuholen! (Dass die Sonnenblumenkerne von diesen Pflanzen nicht gegessen oder verfüttert werden dürfen, versteht sich von selbst.) Mehr dazu in diesem Blog-Eintrag.

Die Beschäftung mit jenen Pflanzen, denen ein gewisser Zellschutz beziehungsweise eine unterstützende Wirkung bei der Zellregeneration zugeschrieben wird, ist auch ohne SuperGAU eine lohnenswerte Angelegenheit. Schließlich kriegt man heutzutage durch Flüge und diverse Untersuchungen auch schon was an Strahlung ab. Vor einigen Monaten hab ich interessehalber Ginkgoblätter destilliert. Ich denke, jetzt ist die Zeit gekommen, das Hydrolat für diverse Tinktur-Experimente mit verschiedenen radio-protektiven Pflanzen zu kombinieren.

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