phytomontana

Die Arnika (Arnica montana) gehört zu den volksheilkundlich bekanntesten Heilpflanzen. In manchen Kräuterbüchern findet sich direkt beim Namen prominent noch der Zusatz “giftig”.  Eine Warnung, die durchaus Ernst zu nehmen ist, hat doch die innerliche Einnahme von 70 g Arnikatinktur nachweislich zu einem Todesfall geführt.

Arnika

Zum Ansetzen der Tinktur werden die getrockneten Blüten verwendet.

Das eigentliche Einsatzgebiet der Arnika liegt aber ohnehin an der Oberfläche. Die in ihr enthaltenen Sesquiterpenlaktone (vor allem Ester des Helenalins und Dihydrohelenalins) haben sich als hochwirksames Mittel bei stumpfen Verletzungen aller Art erwiesen:  Bei Verletzungs- und Unfallfolgen (also Hämatomen, Prellungen, Quetschungen) wie auch bei rheumatischen Muskel- und Gelenksbeschwerden ist Arnika das erste Mittel der Wahl. Angesetzt als Tinktur kommt die Wirkung am besten zur Geltung, Arnika lindert Schmerzen und hemmt effektiv Entzündungen. In Tierversuchen konnte eine Ödemhemmung nachgewiesen werden. Oma hat also mit Arnikatinktur zweifellos zu einem der wirksamsten Mittel gegriffen, wenn wir uns als Kinder irgendwo “ang’haut” haben, wie man auf gut österreichisch sagt.

Ursel Bührung berichtet in ihrem “Praxislehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde” über eine von Schweizer Wissenschaftern durchgeführte doppelblinde, randomisierte, multizentrische klinische Studie, derzufolge Arnika bei der Behandlung von Arthritis im Kniegelenk genauso gute Ergebnisse lieferte wie der Wirkstoff Dicolfenac. Die Ursache dafür liegt in den Sesquiterpenlaktonen der Arnika: Diese lösen einen Wirkungsmechanismus aus, der dem von Cortison entspricht und einen zentralen Mediator im Entzündungsgeschehen vollständig zu hemmen vermag.

Noch ein Hinweis zur äußerlichen Anwendung: Arnika gehört zu den Korbblütern, die bekanntermaßen ein gewisses allergenes Potenzial aufweisen. Arnikatinktur kann auch zu Hautreizungen führen, vor allem bei längerer Anwendung.

Wie schon eingangs erwähnt, ist Arnika innerlich eingenommen alles andere als harmlos, sondern kann toxisch wirken: Schwindel, Zittern, Erhöhung der Körpertemperatur, Beschleunigung und Unregelmäßigkeiten des Herzschlages, Atemstörungen, zunehmende Lähmung und sogar tödlicher Kollaps können die Folgen einer zu hohen Dosis sein. In einigen Quellen werden zwar auch die positiven Wirkungen einer innerlichen Einnahme angeführt (verbessert die Durchblutung der Herzkranzgefäße, wirksame Einschleuserpflanze bei gestörter Kalziumaufnahme), doch wird auch hier wegen der schwierigen Dosierung dringend die Abstimmung mit einem Arzt empfohlen!

Noch eine wichtige Anmerkung: Die Arnika steht in Österreich unter Naturschutz, darf also nicht gepflückt und schon gar nicht mit der Wurzel ausgegraben werden. Sehr wohl erlaubt ist es, einige Blütenblättchen für den Eigenbedarf zu sammeln. Diese sind es auch, die man für das Ansetzen der Tinktur benötigt, enthalten sie doch in erster Linie die für die Wirkung verantwortlichen Sesquiterpenlaktone (in den Wurzeln wurde davon laut Österreichischem Phytokodex bislang nichts gefunden). Ohne die Pflanze in ihrem Bestand zu gefährden ist es also durchaus möglich, sich mit ein paar Blütenblättchen ein hochwirksames Heilmittel zu beschaffen.

Vergangenes Wochenende hatte es derart viel Wind, dass ein Flug mit dem Besen einfach nicht drin war. Also stand ersatzweise Langlaufen auf dem Programm. Ganz so gut war ich mit der Alternativen dann aber auch nicht bedient: eine eisige Stelle, eine patscherte Landung, fertig war die Zerrung am linken Daumen. Ist zwar eine harmlose, nichtdesto trotz lästige Verletzung, die beim alltäglichen Herumhantieren doch ganz schön einschränkt. Für mich ein Grund, mich intensiver mit einem wichtigen Heilkraut auseinanderzusetzen: der Arnika. mehr »