morgensonne

… kommt gerade vom Prüfstand. Und ich aus dem Bett: Schüttelfrost, leichtes Fieber und Halsweh, Heiserkeit, vor allem starker Husten – einzig der Schnupfen fehlte in dem Programm, das mich doch ein wenig umgeworfen hat. Das Positive daran: So eine kleine gesundheitliche Malaise ist genau der richtige Zustand, um die eigene pflanzliche Hausapotheke einem Reality-Check zu unterziehen.

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Schon zwei Tage lang fühlte sich der  Hals etwas kratzig an und dann wachte ich auch noch mit Kopfschmerzen auf. Jetzt hat’s mich wohl erwischt, dachte ich, kein Wunder, um diese Zeit stellen grippale Infekte saisonbedingte Fixpunkte dar. Bevor ich mich ins Bett legte, wagte ich allerdings noch ein kleines Experiment. mehr »

Mädesüß gibt höchst intensive Destillate.

Mädesüß gibt höchst intensive Destillate.

Juli/August sind die richtigen Monate, um hocharomatische Mädesüß-Blüten zu sammeln und zu destillieren. Vorsicht bei August: In unseren Breiten gerät dieser Monat relativ gern zu einer nassen Angelegenheit, die es einem berufstätigen Menschen mitunter ganz schön schwer macht, einen idealen Pflücktermin zu finden: Zwei, drei trockene und sonnige Tage sollte die Pflanze schon genossen haben, ehe man sich ans Ernten macht, und ob dieser Erntetag dann an einen freien Tag fällt? Ich selbst bin deshalb mittlerweile dazu übergegangen, meine Mädesüß-Fraktion im Juli zu organisieren. Was man hat, hat man.

Das Aroma kommt im Hydrolat wunderbar aromatisch und hochintensiv rüber. In der Küche reichen in der Regel ein paar Sprühstöße, um beispielsweise Desserts den leckeren Mädesüß-Geschmack zu verpassen.

Im vergangenen Winter hab ich den Salicylgehalt der Pflanze für einen Erkältungstee genutzt, der – bei mir jedenfalls – nicht nur gewirkt sondern auch noch gut geschmeckt hat: einfach einen Schuss Mädesüß-Hydrolat in eine Tasse Thymiantee, mit Honig süßen, fertig.

Äußerlich verwende ich das Hydrolat gerne als Basis für frisch gerührte Gesichtsmasken (zum Beispiel in der Kombination mit Eibischwurzelschleim), ich finde es hat einen beruhigenden und auch straffenden Effekt. Ist freilich nur eine subjektive Empfindung, die ich wissenschaftlich nicht belegen kann. Andererseits: Was ist wichtiger als das persönliche Empfinden? Eben.

Bezaubert allein durch sein Aroma: das Mädesüß

Bezaubert allein durch sein Aroma: das Mädesüß

Das “Mädesüß” – auch “Wiesenkönigin” genannt – zählt zu meinen Lieblingspflanzen in Küche und Kosmetik. Der Name kommt übrigens nicht von “Mädchen” sondern – da scheiden sich die Geister – entweder von “Met” (weil das Kraut von den Germanen zum Aromatisieren ihres Honigweins verwendet wurde) oder von “Mahd” (= “mähen”), wie die Pflanze besonders zur Heuernte so schön blüht. Wie immer, das Aroma der “Wiesenkönigin” ist einfach köstlich!

Kurz zur Wirkung: Abgesichert ist eine entzündungshemmende, fiebersenkende und schmerzlindernde Wirkung. In der Volksmedizin kommt Mädesüß außerdem bei Schleimhauterkrankungen sowie bei Rheumatismusbehandlungen zum Einsatz. Der Pflanze wird weiters eine schweißtreibende und die Harnausscheidung fördernde Wirkung zugeschrieben. Äußerlich angewendet wirkt sie regenerationsfördernd, beruhigend und entzündungshemmend, in der Hautpflege zählt Mädesüß damit zu den “Anti-Aging”-Pflanzen.

Mädesüß ist übrigens der Namensgeber des Aspirins: Die Spirae oder Spierstaude, wie man Mädesüß früher auch genannt hat, enthält nämlich ebenso wie die Weidengewächse (Salicaceae) verschiedene Salicylsäurederivate. Im 19. Jahrhunderts gelang es erstmals, den Wirkstoff Salicin zu isolieren und später zu A-cetylsalicylsäure – besser bekannt unter dem Markennamen Aspirin – zu synthetisieren.  Die Blüten des Mädesüß weisen übrigens einen höheren Anteil an Salicylaldehyd und freier Salicylsäure auf als die Blätter.

Mittlerweile gibt es einige Untersuchungen, die sich mit Mädesüß als Therapie von Durchblutungsstörungen auseinandersetzen. Demnach sind die Inhaltsstoffe der Spiraea ulmaria möglicherweise in der Lage, im menschlichen Organismus die Verklumpung von Thrombozyten zu verhindern, was letztlich eine vorbeugende Wirkung bei Herz- oder Hirninfarkten bedeuten würde. Man wird sehen, wie es hier wissenschaftlich weitergeht.

Eine leckere schnelle Mädesüß-Crème, angelehnt an den guten alten Pudding. mehr »

Mini-Zerstäuber erlauben Dosierung nach persönlichem Gusto

Mini-Zerstäuber erlauben Dosierung nach persönlichem Gusto

Dieses Dessert ist der Hammer. Rosmarin und weiße Schokolade peppen das gemeine Grießkoch richtig auf, Mädesüß-Hydrolat macht aus dem Ganzen ein Geschmackserlebnis der Sonderklasse. mehr »