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Mein Salbei-Hydrolat gehört zu jenen Wässerchen, die ich hauptsächlich in meiner privaten Hausapotheke einsetze. In der Küche geht für mich nichts über das frische Kraut. Salbeiblätter kurz in heißer Butter geschwenkt – das nenn ich “einfach genießen”! Es gibt freilich Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn mich mitten im Winter Gusto auf Kohlsprossenragout in Salbeisaft überfällt. Um diese Jahreszeit verzichte ich gerne auf hochgepäppelte Glashausware und greife zum vollen Sommer-Aroma meines Salbei-Hydrolats. mehr »

Zu den vielen Anwendungsmöglichkeiten von Hydrolaten gehört für mich ihr “Einbau” in Tinkturen. In der Regel wird hochprozentiger reiner Alkohol zum Ansetzen für Tinkturen mit Wasser verdünnt. Ich verwende statt Wasser lieber ein passendes Hydrolat, um so Wirkstoffe sinnvoll zu kombinieren. Wie zum Beispiel bei dieser Salbei-Hydrolat-Blutwurz-Tinktur gegen Zahnfleischentzündungen, dessen schnelle Wirkungsweise mich jedes Mal aufs Neue verblüfft. mehr »

… kommt gerade vom Prüfstand. Und ich aus dem Bett: Schüttelfrost, leichtes Fieber und Halsweh, Heiserkeit, vor allem starker Husten – einzig der Schnupfen fehlte in dem Programm, das mich doch ein wenig umgeworfen hat. Das Positive daran: So eine kleine gesundheitliche Malaise ist genau der richtige Zustand, um die eigene pflanzliche Hausapotheke einem Reality-Check zu unterziehen.

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Salbei (Salvia officinalis L.) gehört zu den Lippenblütern. Die Pflanze enthält Gerbstoffe, Phenol-Carbonsäuren, Flavonoide und ätherisches Öl. Letzteres wiederum weist einen relativ hohen Thujon-Gehalt auf, die Verwendung des reinen ätherischen Öls wird aber dennoch – ausgenommen in der Schwangerschaft! – als toxikologisch weitgehend  unbedenklich angesehen.

Salbei

Üppige Pracht, die nicht nur gut schmeckt sondern auch Heilkraft besitzt

Salbei wirkt adstringierend, schweißhemmend und entzündungshemmend, regt die Speichel- und Magensaftsekretion an und ist verdauungsfördernd.

Wissenschaftlich belegt ist die  Wirkung von Salbei bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie innerlich bei dyspeptischen Beschwerden und übermäßiger Schweißsekretion.

Für die Herstellung von Tinkturen, Extrakten, Hydrolaten und dergleichen mehr werden die Blätter der Pflanze verwendet.

 

salbei

Salbei

Es gibt in meinem Garten Pflanzen, da kann ich herumhätscheln was ich will, die tun sich einfach schwer mit dem Blühen und Gedeihen. Andere wieder wachsen nicht, die wuchern! Salbei gehört dazu. Um nicht missverstanden zu werden: Ich mag Salbei. Ich verwende ihn auch oft. Aber bei aller Liebe zu Saltimbocca und Gnocchi in Salbei-Butter – für die Menge, die da im Herbst immer noch in meinem Garten steht, hab ich echt keine Verwendung. Hatte ich, muss ich korrekterweise anfügen. Denn aus dem üppigen Buschen links mache ich mittlerweile regelmäßig das:

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Als ich mich das erste Mal an die Gewinnung von Salbei-Hydrolat machte, hatte ich den Erntezeitpunkt relativ spät angesetzt: Ende September war es doch schon eher kühl und relativ feucht, weshalb ich eigentlich gefürchtet hatte, die Aromstoffe der Pflanze könnten sich bereits weitgehend “zurückgezogen” haben. Zu Unrecht: Auf meinem Salbei-Hydrolat fand sich – wie man an der aufliegenden Schicht gut sehen kann – sogar einiges an ätherischem Öl ein.

Auch wenn der Erntezeitpunkt nicht gerade optimal war, habe ich das Hydrolat dennoch erfolgreich gegen Zahnfleischentzündung und Halsschmerzen eingesetzt (abgefüllt in praktische Sprühfläschchen lässt sich das Salbei-Hydrolat auch unterwegs oder im Büro unkompliziert anwenden). Eine andere interessante Anwendung ergibt sich aus der schweißhemmenden Eigenschaft der Pflanze: Das Hydrolat ist eine ausgezeichnete Basis für Deos! Bei der Dosierung sollte man allerdings aufpassen, wenn der Anteil an ätherischen Ölen sehr hoch ist, kann selbst das deutlich schwächere Hydrolat ziemlich aggressiv auf der Haut wirken.

Noch eine kurze Anmerkung: Salbei kann – je nach Pflanzenart – beträchtliche Mengen an Thujon enthalten! Also Vorsicht bei der puren Anwendung des ätherischen Öls.