phytomontana

Weil sich das Garten-Stiefmütterchen für Heilanwendungen nicht eignet, hab ich für die Herstellung des Hydrolats zur getrockneten Pflanze in Apothekerqualität gegriffen. Wie bei allen meinen Pflanzendestillaten, die äußerlich zur Anwendung kommen sollen, wurde auch dieses von mir zunächst einige pur Wochen als Gesichtswasser verwendet. Auf diese Weise lässt sich die Wirkung für meine Begriffe am unmittelbarsten erfahren.

Was soll ich sagen? Das Wässerchen hat mich absolut überzeugt. Vor allem, wenn es darum geht, gereizte Haut zu beruhigen, hat es sich bestens bewährt, ich werde es somit weiterhin pur als Gesichtswasser und natürlich als Wasserbasis in Crèmen einsetzen.

Stiefmütterchen (Viola tricolor) zählen zur Familie der Veilchengewächse, die wiederum für ihre hautpflegenden Wirkstoffe bekannt sind. Überall dort, wo es gilt Ekzeme und Juckreiz zu lindern, Mitesser und Akne zu bekämpfen oder einfach nur reizlindernde Maßnahmen zu setzen, empfiehlt sich der Einsatz von Stiefmütterchen. Manche Quellen schreiben der Pflanze gar eine entzündungshemmende Wirkung zu, die der von Kortison gleicht.

Weitere – innere wie äußere – Anwendungsmöglichkeiten betreffen Rheuma, Gicht, Arteriosklerose sowie trockenen Husten (wegen der in der Pflanze enthaltenen Schleimstoffe).

Als Inhaltsstoffe gibt der österreichische Phytokodex in erster Linie Flavonoide (ca. 0,4 %, wobei sich der höchste Anteil in den Blüten befindet)  und Polysaccharide (ca. 9,5 % Schleim) an. Weitere Inhaltsstoffe: Carotinoide und Anthocyane in Blüten, Phenolcarbonsäuren (Cumarsäure, Kaffeesäure u. a.).

Verwendet werden die blühenden oberirdischen Teile der Pflanze (Herba Violae tricoloris).