phytomontana

Schmeckt sowohl mit als auch ohne Hydrolat. Wobei das aromatische Ysop-Wässerchen schon einen gewissen Extra-Kick beisteuert… mehr »

Bereits im alten Testament wird die “reinigende” Wirkung des Ysop (Hyssopus officinalis) mehrfach erwähnt. Leprakranke wurden in einem Kraut namens “ezob” gebadet, man nimmt heute an, dass es sich um Ysop gehandelt hat. Für die antibiotische Wirkung dieser Behandlung dürfte ein Schimmelpilz verantwortlich sein, der auf Ysop gedeiht und einen penicillinähnlichen Stoff produziert. Heute wird die Pflanze hauptsächlich gegen Erkrankungen der Atemwege sowie bei Magen- und Darmbeschwerden verwendet.

Einige von vielen volksheilkundlichen Rezepttipps: Ysop zu gleichen Teilen mit Thymian und Bibernell gemischt, gekocht in Wein und Wasser, wirkt günstig auf die Darmflora. Kocht man Ysop mit Feigen auf und gtrinkt den Absud, so wirkt das ausgesprochen stuhlfördern. Der Duft des ätherischen Ysop-Öls steigert die Aufmerksamkeit, stärkt die Nerven und vertreibt Depressionen und Schuldgefühle. Im Sommer, wenn der Ysop blüht, soll immer ein Ysopzweig in der Vase stehen, im Winter hilft man sich mit den Aromalampen. (alle Tipps aus: “Die Kräuter in meinem Garten”).

Das Kraut wirkt stark antiviral, schleimlösend, auswurffördernd, entzündungshemmend, außerdem konzentrationsfördernd und anregend auf das vegetative Nervensystem. Zu den den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen Gerbstoffe (5 – 8 %), Flavonoide, Bitterstoffe und ätherische Öle (0,3  – 1%).

Achtung beim ätherischen Öl: Von der Verwendung bei Babys und Kindern sowie Schwangeren und älteren Menschen wird vielfach abgeraten, da die Einnahme neurotoxisch und abortiv wirken kann.

Botanisch zählt Ysop zu den Lippenblütern. Mit seinen duftenden Blüten zieht er Schmetterlinge, Hummeln und Bienen an, zugleich hilft er gegen Schnecken, Raupen und Blattläuse.

Bei meiner zuletzt mit Ysop durchgeführten Wasserdampfdestillation war die Pflanzenfraktion derart gering, dass praktisch kein ätherisches Öl auszumachen war. Dennoch kam ein herrlich aromatisches Destillat heraus, für das ich bereits einige interessante Verwendungsmöglichkeiten gefunden hab.

Zum Beispiel in der Küche: einfach über Blattsalate oder kurz vor dem  Servieren auf Fleischgerichte sprühen – sehr lecker! Für meine Begriffe kommt das Ysop-Aroma bei Verwendung des Hydrolats wesentlich besser zur Geltung als bei der Pflanze. Ein paar kurze Sprühstöße und diverse Gerichte kriegen eine höchst interessante Note.

Oder als “Denkspray”: Ysop regt ja angeblich die Gehirnzellen an und weckt kreative Geister. Wär doch was – ein Ysop-Raumspray für die nächste Prüfung oder sonstige Denkarbeiten!