Wiese
17. November 2010
“Tschüss-Grippe”-Tinktur

Schon zwei Tage lang fühlte sich der  Hals etwas kratzig an und dann wachte ich auch noch mit Kopfschmerzen auf. Jetzt hat’s mich wohl erwischt, dachte ich, kein Wunder, um diese Zeit stellen grippale Infekte saisonbedingte Fixpunkte dar. Bevor ich mich ins Bett legte, wagte ich allerdings noch ein kleines Experiment.

Ich leide glücklicherweise äußerst selten unter Kopfweh, aber wenn’s mich bereits am Morgen erwischt, ist die Sache in der Regel erledigt, vor allem, wenn sich parallel dazu noch ein Infekt ankündigt. ”Durchhalten bis Mittag” und dann nix wie heim ins Bett, lautete denn auch der Plan. Um den Vormittag irgendwie zu überstehen, nahm ich mir eine Tinktur aus Kapuzinerkresse und Mädesüß-Hydrolat mit ins Büro. Davon schluckte ich alle ein bis zwei Stunden ein halbes Teelöffelchen. Dass das ganze etwas hilft, hatte ich ja gehofft, aber wie gut, damit hab ich nicht gerechnet: Das Kopfweh wurde zunehmend weniger, gegen Mittag war es weg, das Halskratzen auch. Überhaupt fühlte ich mich wieder zumindest soweit fit, dass ich den Tag gut beenden konnte.

Wer’s selber probieren will, das Rezept ist denkbar einfach: Weingeist (96-prozentiger Alkohol) wird mit Mädesüß-Hydrolat auf etwa 40 % runterverdünnt. Darin kleingeschnittene Kapuzinerkresse etwa zwei Wochen lang ansetzen. Zwischendurch das Glas immer wieder schütteln.

Kapuzinerkresse wirkt aufgrund der enthaltenen Senfölglycoside antibiotisch und keimtötend und kommt unter anderem bei Halsentzündungen und Erkältungskrankheiten zum Einsatz. Das Mädesüß wiederum enthält das bewährte Kopfschmerzmittel Acetylsalicylsäure (bekannt durch Aspirin).  Die Kombination der beiden als Tinktur hat sich in meinem Fall bestens bewährt, ich setze die Tinktur mit Sicherheit im nächsten  Jahr wieder an.

Abschließend noch eine Bemerkung, die zwar selbstverständlich sein sollte, mir aber dennoch wichtig ist: Meine “Tschüss-Grippe”-Tinktur ist kein Wundermittel! Im konkreten Fall war ich selbst überrascht von der Wirkung. Anscheinend hab’ ich den Infekt im allerersten Ansatz erwischt. Dass die Tinktur nur bei grippalen Infekten und nicht bei einer echten Grippe ihre Dienste tut, versteht sich auch von selbst. Generell halte ich nichts davon, Medikamente – auch wenn es sich um rein pflanzliche handelt – nur deshalb einzunehmen, um beruflich oder auch privat “funktionieren” zu  können. Wer krank ist, gehört ins Bett.

2 kommentare | kommentar schreiben
Teekrimskrams | 19.7.15

Hallo, Dein Blog finde ich äusserst interessant! Auf der suche nach infos über Ysop Hydrolat bin ich hier gelandet und habe durch gestöbert…kapuzinerkresse und Mädesüß Tinktur finde ich auch toll, pflanze jedes Jahr unmengen in mein Garten ein, dazu habe ich eine Frage: hast du schon mal Kapu destiliert?
Libe Grüße aus Aachen
Cristina

selisa | 22.7.15

Hallo Christina, Kapuzinerkresse habe ich schon mal destilliert. Allerdings fand ich das Aroma nicht so berauschend, was wohl daran liegen mag, dass das Typische an der Kapuzinerkresse ihre Schärfe ist und die kommt in Hydrolaten generell nicht so rüber. Ich hab mit dem Hydrolat ein wenig herumexperimentiert, könnte jetzt aber rückblickend keine halbwegs brauchbare Wahrnehmung wiedergeben. So berauschend waren meine Experimente im Ergebnis also offensichtlich nicht, dass bei mir irgendwas hängengeblieben wäre…
lg Elisabeth

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